#buchpassion

Ich muss es zugeben: Mein Beruf rockt total. Und wenn mir jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich einmal vom Büchermachen leben können werde, dann hätte ich ihn großäugig angesehen. Ich? Schriftstellerin? So richtig mit Büchern und Verlag und so? Is klar!

Ihr seht, ich bin voreingenommen, quasi vorbelastet. Aber meine Bücherliebe ist schon sehr viel älter, reicht ewig zurück – eigentlich, solange ich denken kann.

Kein Abend verging ohne ein Kapitel aus einem schönen Kinderbuch, zuerst von meinen Eltern vorgelesen, sobald ich lesen konnte dann selbst unter die Bettdecke gekuschelt verschlungen. Oftmals blieb es nicht bei einem Kapitel. Und ich bin überzeugt, dass das Lesen mich geprägt hat. Schon früh habe ich Bücher gelesen, die sich kindgerecht mit Krieg, Tod und Verlust auseinandergesetzt haben, bin in verschiedene Länder und Epochen gereist und habe fremde Kulturen kennengelernt.  Oft habe ich beim Lesen Rotz und Wasser geheult. Ich habe Dinge gelernt, die mir in der Schule nicht beigebracht wurden.

Ich kenne Menschen, die glauben, das Lesen von Romanen sei reine Zeitverschwendung. Wenn man schon lesen müsse, dann doch bitte ein Sachbuch, um sich selbst in seiner Freizeit noch ein Stückchen weiter zu optimieren. Aber sie haben keine Ahnung. Lesen ist Herzensbildung, Horizonterweiterung, Seelenfutter, Charakterschnitzerei. Nicht umsonst hat das „Journal of Applied Psychology“ herausgefunden, dass Harry Potter-Fans tatsächlich toleranter und empathischer sind, als der Durchschnittsmensch. Zufall? Wohl kaum.

Gute Romane schaffen etwas, das kein anderes Medium vermag: sie packen uns, nehmen uns mit, über Stunden, Tage, manchmal Wochen. Und wenn wir aus der Geschichte wieder auftauchen, dann sind wir ein Stückchen verändert. Oft mit Sturmherzen und feuchten Augen. Mit noch mehr Träumen und noch mehr Wünschen, noch mehr Sehnsucht und vor allem: noch mehr Lust auf das Leben. Ich bin glücklich, ein winziger Teil dieser realen Magie zu sein. #buchpassion

2 thoughts on #buchpassion

  1. Hallo Eva,

    mein Ex war einer von diesen Menschen, die „normale“ Romane für Zeitverschwendung hielten. Er las grundsätzlich nur Literatur und Sachbücher. Positiverweise hat Game of Thrones seine Meinung etwas geändert…

    Ich liebe Romane ja grade, weil es eine Flucht aus dem Alltag ist. :)

    Liebe Grüße,
    Lena

    Reply

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